BEINVENENTHROMBOSE
Aufklärung zur Behandlung einer Beinvenenthrombose.

Es ist eine Thrombose der tiefen / oberflächlichen Bein/Arm-Venen festgestellt worden.


Damit diese Erkrankung keine weitere Ausdehnung erfährt, sind folgende Therapien notwendig:
  1. Laufen und Liegen soweit wie möglich dem Stehen und Sitzen vorziehen.
    Laufen: 4-5 x 20-30 Minuten, außerhalb geschlossener Räume
    Alternativ: Radfahren, Heimtrainer
  2. Kompression (Druck) auf den Unterschenkel:
    Bandagierung oder Kompressionsstrumpf Klasse II
  3. Blutverdünnung: immer mit Heparin-Injektionen beginnend ggf. später Tabletten (Marcumar/Phenpro)

Bei der Gabe von niedermolekularem HEPARIN (NMH) und/oder Marcumar sind folgende Fragen vorher zu beantworten.

1. Leiden Sie an:
  1. hohem Blutdruck (Hypertonus), der nicht/schwer eingestellt ist ?
  2. Hämorrhoiden, die bluten ?
  3. Blutungen im Auge ?

2. Betreiben Sie: Sportarten, berufliche Tätigkeiten oder kommen Sie in Situationen,
     die mit Verletzungsgefahr verbunden sind
?

3. Nehmen Sie Schmerzmittel / ASS regelmäßig ein ?

4. Sind Operationen / Zahnziehen / intramuskuläre Spritzen z.Zt. angezeigt ?



Probleme, die entstehen können:

Die Heparinspritzen sind als Fertigspritzen einfach zu handhaben. Wir werden Ihnen oder einem Angehörigen diese Technik schnell beibringen.

Das Medikament wird jeweils um die gleiche Stunde verabreicht. Die Luftblase in der Spritze wird nicht entfernt. Sie dient dazu, dass die gesamte Menge in Ihren Körper gelangt. Die 1 cm lange Nadel wird bis zum Ende senkrecht in die Haut gestochen. Ein versehentliches Treffen einer Vene stellt kein Problem dar.

Bei der Gabe von Heparin-Spritzen kann es selten zu einer Allergie kommen, die sich durch das Absinken der Blutblättchen-Zahl (Thrombozyten) auf weniger als 50 % des Ausgangswertes (Nullwert) bemerkbar macht.


HIT : Heparin - Induzierte Thrombozytopenie

Typ I, oft am ersten Tag,
Typ II, zwischen dem 5. - 20. Tag am häufigsten,
insgesamt selten.

Dann wird das Medikament sofort abgesetzt. Ersatzmedikamente (Hirudin) sind möglich. Diese Umstellung würde im Schutz eines Krankenhauses erfolgen.
Deshalb wird 2 mal pro Woche eine Blutabnahme erfolgen.

Es gibt zur Zeit 3 Medikamente, die in Deutschland für die Behandlung einer tiefen Thrombose/Lungenembolie vom Bundesgesundheitsamt (BGA) zugelassen sind.

INNOHEP 1x tgl. zu injizieren,
Clexane 2x tgl.
Fraxi(parin) 2x tgl.
Dosis je nach Körpergewicht,
z.B. 70 kg 0,7 ml



Der Beginn der Behandlung mit Tabletten
(Marcumar/Phrenpro/Falithrom/Cumarin) wird bald erfolgen.

Sie erhalten einen roten Ausweis, den Sie zusammen mit Ihrem behandelnden Arzt ausfüllen werden.

Die Dosierung beginnt am 1.-4.Tag mit 3 - 2 - 1 - 1 Tabl.
Die normale Gerinnung beträgt 100 % oder INR 1.
Dies wird "gedrückt" auf 25 - 35 % oder 3,0 - 2,0.
Die Spritzen werden überlappend gegeben bis Quick unter 50 %.

Die Dosierung ist von Mensch zu Mensch verschieden.
Es braucht circa 3 Wochen, bis die therapeutische Dosis gleichmäßig ist.

Der INR (International Ratio) kann die Ergebnisse verschiedener Labore, Labormitarbeiter, Testflüssigkeiten vergleichbar machen.

Sie werden am gleichen Tag der Blutabnahme von uns am Abend benachrichtigt. Die neue Dosierung und der Kontrolltermin werden festgelegt.

Die Nahrung hat Einfluss auf die wirksame Menge des Medikaments.
Insbesondere Gemüse, die viel Vitamin K enthalten, fangen das Marcumar/Phenpro ab.
Bitte keine Gemüse-Enthaltungs-Diät machen, sondern täglich gleichmäßig kleine Mengen Gemüse weiterhin essen.

Falls Sie Fragen haben, bitte stellen Sie diese!
Wir wissen, dass dieses Thema für Sie ganz neu ist. Es gibt keine "dummen" Fragen, auch nicht nach Wochen und Monaten.

Bitte informieren Sie Ihre anderen behandelnden Ärzte.






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